22.06.2020

Handball in Zeiten von Corona

In einem emotionalen Brief beschreibt Johannes Bomba die aktuelle Situation und die Maßnahmen, die von der Abteilungsleitung getroffen worden sind und wie die letzten Wochen verliefen.

Nachtrag zum Artikel vom 25. Mai 2020

Liebe Mitglieder, Freunde und Unterstützer der Handballabteilung,

wie beschreibt man etwas, das die Wenigsten von uns in ihrem Leben in dieser Form erleben durften? Während ich versuche die passenden Worte für die aktuelle Situation zu finden ist mir bewusst, das bei Druck und Auslieferung des aktuellen Vereinsheftes alles wieder anders sein kann. Daher starte ich mit einem Rückblick.

Im März 2020 liefen die Planungen auf Hochtouren. Das Saisonende der Mannschaften stand bevor. Die Situation bei unseren Herrenmannschaften konnte unterschiedlicher nicht sein. Die Herren 1 befanden sich in aussichtsreicher Position im Aufstiegsrennen, die Herren 2 kämpften um den Klassenerhalt. Bei den Damen gab es noch einen Funken Hoffnung auf den Aufstieg. Die Jugendmannschaften standen vor den letzten Spieltagen. Aufgrund der Altersklassen standen Wechsel in andere Jugendklassen an. Die Trainer wurden für die Mannschaften besetzt. Die Abteilungsversammlung musste organisiert werden. Aufgrund der beiden Trägervereine im Bereich Handball findet diese immer zeitgleich statt. Nach dem Satzungsgemäßen Teil, den jeder Trägerverein einzeln abhält, wird die Versammlung zusammengeführt um allgemeine Themen der Spielgemeinschaft zu besprechen. Da die Handballabteilung keine Hallenzeiten in der Vereinsturnhalle belegt muss dafür ein auswärtiger Ort gefunden werden. Jedes Jahr eine neue Herausforderung.

Im Fokus der Abteilungsleitung stand bereits die Meldung der Mannschaften für die neue Spielrunde. Mit 2 Herren-, 1 Damen-, und insgesamt 8 Mannschaften im Jugendbereich ist die HSG sehr gut aufgestellt. Doch mitten in die Planungen kam der „Lock down“. Von heute auf Morgen stand alles still. Kein Trainingsbetrieb, kein Spielbetrieb. Statt Ball und Laibchen waren nun Telefon und PC die wichtigsten „Trainingsmittel“.

Die neue Herausforderung hieß: „Einzeltraining“. Im Bereich der Erwachsenen ist das noch relativ einfach. Das Bewusstsein selbst etwas tun zu müssen war bei den meisten vorhanden. Anhand von Trainingsplänen, die von den Trainern ausgearbeitet wurden, galt es Übungen zu absolvieren. Zusätzlich wurden Mannschftsinterne Zielsetzungen vereinbart, die man als Team erreichen wollte. So setzte sich die Damen-Mannschaft das Ziel, in sieben Tagen 1.000 KM zu laufen / zu radeln. Gemeinsam schwangen sich alle runter von der Couch und das Ziel konnte erreicht werden.

Für die Jugendmannschaften war dies ungleich schwerer. Gerade im Jugendbereich lebt das Training von der gemeinsamen Arbeit. Tägliches Rundendrehen im Huthpark oder Krafttrainings lassen sich in der Gruppe besser gestalten als im Einzeltraining. Gerade die Arbeit in der Gruppe macht den Mannschaftssport aus.

Im April gab es dann erste Hoffnungssignale. Durch die Verbände wurden Pläne zur Wiederaufnahme des Trainingbetriebs erstellt. Bei Durchsicht der Pläne zeigte sich ein Fahrplan, wie der Weg vom Einzeltraining zum Mannschaftstraining in einer Kontaktsportart gelingen kann. Erste Zeitangaben geisterten durch den Raum. Immer wieder mussten die Mannschaften in ihrem Elan gebremst werden. Den Fahrplan gibt die Politik vor, nicht das Datum in einem Zeitplan.    

Anfang Mai sollte es dann endlich soweit sein. Der Hessische Ministerpräsident verkündete die Öffnung der Sportstätten. Sowohl Sportplätze als auch die Sporthallen sollten wieder geöffnet werden. Die Euphorie war groß. Hygienepläne wurden erarbeitet und die vorhandenen Pläne zum „Wiedereinstieg in den Vereinssport“ wurden entsprechend der Gegebenheiten vor Ort angepasst. Wir standen in den Startlöchern und warteten nur noch auf das Signal zum Start durch die Sportstadt Frankfurt. Und wer schon einmal auf die Sportstadt Frankfurt gewartet hat, der weiß: Nichts ist so beständig wie das Schweigen der Stadt.

Der regelmäßige Leser der Vereinsmitteilungen wird sich an dieser Stelle an das Trauerspiel um die Sanierung der Sporthalle Friedrich-Ebert-Schule erinnern. Wir sind es als Handballabteilung ja schon lange gewohnt dass wir mit Widrigkeiten umgehen müssen. Hallensperrungen, Wegfall von Hallenzeiten, spontane Schulveranstaltungen. Eigentlich dachten wir, wir hätten bereits alles erlebt. Aber was wir aktuell erleben ist die absolute Steigerung. Ich schreibe diese Zeilen am 25.05.2020. Bis zum heutigen Tage ist die Sportstadt Frankfurt nicht gewillt uns eine Information zu geben ob die Sporthallen geöffnet werden und wenn Ja, wann. Welche Anforderungen wird die Sportstadt an uns stellen? Wir wissen es nicht. E-Mails bleiben unbeantwortet, telefonisch wird die Verantwortlichkeit zwischen den Ämtern hin und her geschoben. Das Verhalten der Stadt lässt sich mit einem Wort beschreiben: SAUEREI!

Ob den handelnden Personen in den Ämtern bewusst ist, dass in den Vereinen größtenteils ehrenamtlich gearbeitet wird? Zusätzlich neben Beruf, Familie usw. in der Freizeit?

Das Einzige was wir zum heutigen Tage wissen ist die Tatsache, dass die Sommerferien vor der Tür stehen. Das heißt für uns als Abteilung in einer städtischen Halle: In der Regel stehen wir 6 Wochen vor verschlossenen Türen. Was im schlimmsten Fall für uns bedeutet dass wir von März bis Mitte August kein Mannschaftstraining anbieten können. Eine gewaltige Herausforderung.

Was steht aktuell in der Handballabteilung an?

Die Ligen Einteilungen sind durch die Klassenleiter vorgenommen worden. An der einen oder anderen Stelle gibt es natürlich Änderungswünsche. Sobald dies abgeschlossen ist müssen die Spielpläne bearbeitet werden. Die Spiele Tag und Zeit genau festgelegt werden. Diese werden dann durch den Verband bei der so genannten „Vergabesitzung“ der Stadt Frankfurt für die Hallensportvereine in Frankfurt reserviert. Sofern keine Änderungen mehr nötig sind werden die Hallenbuchungen bei der Stadt Frankfurt vorgenommen. Für die Handballabteilung bedeutet das in einer normalen Spielrunde rund 25 Wochenenden, an denen wir Heimspiele haben.

Manko an der ganzen Sache: Keiner weiß wie es wirklich weitergeht. Saisonbeginn im September? Oktober? Oder doch erst im Januar?

Wir werden zumindest auf alle Szenarien vorbereitet sein.

Für die Handballabteilung

Johannes Bomba

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